Backup

Warum Backups?

Datenverlust kann jeden treffen: Festplattenausfall, versehentliches Löschen, Ransomware-Angriff, Feuer, Wasserschaden, Diebstahl. Ein Backup ist die einzige Maßnahme die im Ernstfall wirklich hilft. Alle anderen Sicherheitsmaßnahmen können einen Datenverlust verhindern – ein Backup stellt die Daten nach einem Verlust wieder her.

Die 3-2-1-Regel

  • 3 Kopien der Daten (Original + 2 Backups)

  • 2 verschiedene Speichermedien (z.B. Festplatte + Tape oder Cloud)

  • 1 Kopie an einem anderen Ort (off-site) – Schutz vor lokalem Desaster

Erweitert wird die Regel heute zur 3-2-1-1-0-Regel: Zusätzlich 1 Offline-Kopie (Schutz vor Ransomware) und 0 Fehler bei der Wiederherstellungsprüfung.

Backup-Typen

Typ

Was wird gesichert

Dauer

Wiederherstellung

Vollbackup

Alle Daten komplett

Lang

Einfach – nur ein Backup nötig

Differenzielles Backup

Alle Änderungen seit dem letzten Vollbackup

Mittel (wächst)

Vollbackup + letztes diff. Backup

Inkrementelles Backup

Nur Änderungen seit dem letzten Backup (egal welchem)

Kurz

Vollbackup + alle inkrementellen Backups

Backup-Strategie Beispiel (wöchentlich):

Montag:     Vollbackup          ← Basis
Dienstag:   Inkrementell        ← nur Änderungen seit Mo
Mittwoch:   Inkrementell        ← nur Änderungen seit Di
Donnerstag: Inkrementell        ← nur Änderungen seit Mi

Wiederherstellung auf Donnerstag:
→ Vollbackup (Mo) + Inkrement Di + Inkrement Mi + Inkrement Do

RTO und RPO

RTO – Recovery Time Objective: Die maximale akzeptable Ausfallzeit. Wie lange darf es dauern bis das System nach einem Ausfall wieder läuft?

RPO – Recovery Point Objective: Der maximale akzeptable Datenverlust gemessen in Zeit. Wie alt darf das letzte Backup sein?

Beispiel:
RPO = 4 Stunden → Backups müssen mindestens alle 4 Stunden erstellt werden
RTO = 2 Stunden → Wiederherstellung muss innerhalb von 2 Stunden möglich sein

Großvater-Vater-Sohn-Prinzip (GVS)

Eine Rotationsstrategie für Backups:

  • Sohn: Tägliche Backups (werden wöchentlich überschrieben)

  • Vater: Wöchentliche Backups (werden monatlich überschrieben)

  • Großvater: Monatliche Backups (werden jährlich überschrieben oder dauerhaft archiviert)

Backup-Medien

  • Magnetband (LTO): Hohe Kapazität, günstig pro GB, ideal für Langzeitarchivierung – aber langsam. Air-Gapped möglich.

  • Externe Festplatten: Schnell, günstig, portabel – aber empfindlicher als Tape

  • NAS (Network Attached Storage): Netzwerkspeicher für automatisierte Backups im LAN

  • Cloud-Backup: Off-site per Definition, automatisch – abhängig von Internetverbindung und Anbieter

Air-Gap – Schutz vor Ransomware

Ein Air-Gapped-Backup ist physisch vom Netzwerk getrennt. Ransomware kann es nicht erreichen und verschlüsseln. Magnetbänder im Tresor oder externe Festplatten die nur für die Sicherung angeschlossen werden sind klassische Air-Gap-Lösungen.

Backup-Test – Das Wichtigste wird oft vergessen

Ein Backup ist nur so gut wie seine Wiederherstellung. Ein Backup das nie getestet wurde ist wertlos – im Ernstfall stellt sich heraus dass es korrupt ist oder die Wiederherstellung nicht funktioniert. Regelmäßige Restore-Tests sind Pflicht.

Zusammenfassung

  • 3-2-1-Regel: 3 Kopien, 2 Medientypen, 1 off-site

  • Vollbackup: alles – langsam zu erstellen, einfach wiederherzustellen

  • Differenziell: Änderungen seit letztem Vollbackup – Kompromiss

  • Inkrementell: Änderungen seit letztem Backup – schnell zu erstellen, aufwändig wiederherzustellen

  • RPO: maximaler Datenverlust in Zeit – bestimmt Backup-Frequenz

  • RTO: maximale Ausfallzeit – bestimmt Wiederherstellungsgeschwindigkeit

  • GVS-Prinzip: tägliche/wöchentliche/monatliche Backup-Rotation

  • Air-Gap: physisch getrennte Backups schützen vor Ransomware

  • Backups regelmäßig testen – ein untestetes Backup ist kein Backup