Ausbildung

Überblick

Die Ausbildung zum Fachinformatiker Systemintegration ist eine anerkannte duale Berufsausbildung in Deutschland mit einer Regelausbildungszeit von drei Jahren. Sie verbindet die praktische Ausbildung im Betrieb mit dem theoretischen Unterricht in der Berufsschule und bereitet auf eine vielseitige Tätigkeit in der IT-Branche vor.

Duale Ausbildung

Das duale System ist das Herzstück der deutschen Berufsausbildung. Als Auszubildender lernst du an zwei Lernorten gleichzeitig:

  • Ausbildungsbetrieb – Hier sammelst du praktische Erfahrungen, arbeitest an realen Projekten und lernst den Berufsalltag kennen. Der Betrieb zahlt dir eine monatliche Ausbildungsvergütung.

  • Berufsschule – Hier vermittelst du dir theoretisches Fachwissen in Fächern wie Netzwerktechnik, Betriebssysteme, Projektmanagement und Wirtschaft. In der Regel besuchst du die Berufsschule ein bis zwei Tage pro Woche oder im Blockunterricht.

Ausbildungsinhalte

Der Ausbildungsrahmenplan der IHK definiert die Lerninhalte für den Betrieb. Die wichtigsten Themengebiete sind:

IT-Grundlagen

  • Hardware-Komponenten kennen, auswählen und einbauen

  • Betriebssysteme installieren und konfigurieren (Windows, Linux)

  • Netzwerke planen, aufbauen und administrieren

  • IT-Sicherheit und Datenschutz umsetzen

  • Virtualisierung und Cloud-Dienste einrichten

Systemintegration

  • Server und Dienste installieren und betreiben (Active Directory, DNS, DHCP)

  • Netzwerkkomponenten konfigurieren (Switches, Router, Firewalls)

  • Monitoring und Logging einrichten

  • Backup-Konzepte entwickeln und umsetzen

  • IT-Systeme dokumentieren

Projektarbeit

  • IT-Projekte planen, durchführen und dokumentieren

  • Kundenkommunikation und Support

  • Fehleranalyse und Troubleshooting

  • Präsentationen erstellen und halten

Voraussetzungen

Es gibt keine gesetzlich vorgeschriebenen Schulabschlüsse für die Ausbildung. In der Praxis stellen die meisten Betriebe jedoch folgende Anforderungen:

  • Schulabschluss – Mittlere Reife oder Abitur sind bevorzugt, aber auch Hauptschulabschlüsse sind möglich

  • Mathematik – Grundlegendes Verständnis von Zahlen, Logik und binären Systemen

  • Englisch – Da viele IT-Dokumentationen auf Englisch verfasst sind, sind Grundkenntnisse wichtig

  • Technisches Interesse – Begeisterung für IT-Systeme, Netzwerke und neue Technologien

  • Teamfähigkeit – Du arbeitest häufig mit Kollegen und Kunden zusammen

  • Analytisches Denken – Fehler systematisch eingrenzen und lösen

Ausbildungsvergütung

Die Vergütung richtet sich nach dem Tarifvertrag der jeweiligen Branche und dem Ausbildungsjahr. Als Orientierung gelten folgende Mindestausbildungsvergütungen (seit 2024):

Ausbildungsjahr

Mindestbetrag

1. Ausbildungsjahr

649 € / Monat

2. Ausbildungsjahr

766 € / Monat

3. Ausbildungsjahr

876 € / Monat

In der IT-Branche und bei größeren Unternehmen liegt die tatsächliche Vergütung oft deutlich darüber – teilweise bei 1.000 bis 1.200 € im ersten Ausbildungsjahr.

Berichtsheft

Das Berichtsheft (auch Ausbildungsnachweis genannt) ist ein offizielles Dokument, das du während der gesamten Ausbildung führen musst. Es dient als Nachweis der betrieblichen Ausbildung und ist Voraussetzung für die Zulassung zur Abschlussprüfung.

  • Wöchentliche oder tägliche Einträge über deine Tätigkeiten im Betrieb

  • Muss vom Ausbilder unterschrieben werden

  • Kann in Papierform oder digital geführt werden

  • Sollte sorgfältig und vollständig geführt werden – fehlende Einträge können zur Nicht-Zulassung zur Prüfung führen

Prüfungen

Die Ausbildung endet mit der Abschlussprüfung Teil 2 vor der IHK. Zusätzlich gibt es eine Zwischenprüfung (AP Teil 1) nach etwa 18 Monaten.

Abschlussprüfung Teil 1 (Zwischenprüfung)

  • Findet nach ca. 18 Monaten statt

  • Schriftliche Prüfung zu IT-Grundlagen

  • Geht zu 20% in die Gesamtnote ein

Abschlussprüfung Teil 2

  • Betriebliche Projektarbeit (ca. 80 Stunden) mit Dokumentation und Präsentation

  • Schriftliche Prüfung in den Fächern: Systemintegration, Wirtschafts- und Sozialkunde, englische Fachkommunikation

  • Geht zu 80% in die Gesamtnote ein

Nach der Ausbildung

Mit dem Abschluss als Fachinformatiker Systemintegration stehen dir viele Türen offen. Hier einige Beispiele:

  • Übernahme – Viele Betriebe übernehmen ihre Azubis nach der Ausbildung

  • Weiterbildung – Geprüfter IT-Techniker (IHK), Studium der Informatik oder Wirtschaftsinformatik (auch ohne Abitur möglich mit Berufserfahrung)

  • Zertifizierungen – Cisco (CCNA), Microsoft (Azure, M365), CompTIA (Network+, Security+)

  • Spezialisierung – Cloud, Security, DevOps, Netzwerk oder Systemadministration