Unter Linux wird Software nicht durch das Herunterladen und Ausführen von .exe-Dateien installiert – sondern über ein zentrales Paketverwaltungssystem. Ein Paket enthält die kompilierte Software, Metadaten (Version, Autor, Beschreibung) und Informationen über Abhängigkeiten – andere Pakete die für den Betrieb benötigt werden.
Der Paketmanager lädt Pakete aus Repositories herunter – zentrale Server auf denen geprüfte und signierte Pakete bereitstehen. Das löst gleich mehrere Probleme: automatische Abhängigkeitsverwaltung, zentrale Updates für alle installierten Pakete und Sicherheit durch Paketsignaturen.
APT (Advanced Package Tool) ist der Paketmanager der Debian-Familie. Pakete haben die Endung .deb. APT ist das Tool das du als FISI am häufigsten nutzen wirst – Ubuntu Server ist auf vielen Unternehmensservern zuhause.
# Paketlisten aktualisieren (kein Upgrade!)
apt update
# Alle installierten Pakete upgraden
apt upgrade
# Paket installieren
apt install nginx
# Paket deinstallieren (Konfiguration bleibt)
apt remove nginx
# Paket vollständig deinstallieren (inkl. Konfiguration)
apt purge nginx
# Nicht mehr benötigte Pakete entfernen
apt autoremove
# Paket suchen
apt search webserver
# Paketinformationen anzeigen
apt show nginx
# Installierte Pakete anzeigen
apt list --installedDie Quellen für APT sind in /etc/apt/sources.list und den Dateien in /etc/apt/sources.list.d/ konfiguriert. Für Software die nicht in den offiziellen Repositories ist kann ein PPA (Personal Package Archive) hinzugefügt werden:
# PPA hinzufügen (Ubuntu)
add-apt-repository ppa:example/ppa
apt updateDNF (Dandified YUM) ist der moderne Paketmanager der Red Hat-Familie (RHEL, CentOS, AlmaLinux, Rocky Linux, Fedora). Er löste YUM (Yellowdog Updater Modified) ab. Pakete haben die Endung .rpm.
# Paketlisten aktualisieren
dnf check-update
# Alle Pakete upgraden
dnf upgrade
# Paket installieren
dnf install nginx
# Paket deinstallieren
dnf remove nginx
# Paket suchen
dnf search webserver
# Paketinformationen anzeigen
dnf info nginx
# Installierte Pakete anzeigen
dnf list installed
# Paketgruppen installieren
dnf groupinstall "Development Tools"Zypper ist der Paketmanager von SUSE Linux Enterprise Server und openSUSE. Nutzt ebenfalls .rpm-Pakete.
# Repositories aktualisieren und Pakete upgraden
zypper refresh
zypper update
# Paket installieren
zypper install nginx
# Paket suchen
zypper search nginxPacman ist der Paketmanager von Arch Linux und Manjaro.
# System updaten
pacman -Syu
# Paket installieren
pacman -S nginx
# Paket deinstallieren
pacman -R nginxNeben den klassischen Paketmanagern gibt es universelle Paketformate die auf jeder Distribution funktionieren:
Snap (Canonical/Ubuntu): Pakete im .snap-Format enthalten alle Abhängigkeiten – laufen sandboxed. Verwaltet durch den Snap Store.
# Snap-Paket installieren
snap install code # VS Code
# Snap-Pakete aktualisieren
snap refreshFlatpak (unabhängig): Ähnliches Konzept wie Snap – sandboxed und distributionsübergreifend. Haupt-Repository: Flathub.
Manchmal ist ein Paket nicht im Repository – dann kann die .deb- oder .rpm-Datei direkt installiert werden:
# .deb-Datei direkt installieren
dpkg -i paket.deb
# oder moderner:
apt install ./paket.deb
# .rpm-Datei direkt installieren
rpm -i paket.rpm
# oder moderner:
dnf install ./paket.rpmAls letzte Option kann Software aus dem Quellcode kompiliert werden – nötig wenn kein Paket verfügbar ist:
# Klassischer Build-Prozess
./configure
make
make installPaketmanager verwalten Software-Installation, Updates und Abhängigkeiten zentral
Debian/Ubuntu: APT mit .deb-Paketen – apt install, apt update, apt upgrade
Red Hat/CentOS/AlmaLinux: DNF mit .rpm-Paketen – dnf install, dnf upgrade
SUSE: Zypper – zypper install, zypper update
Arch: Pacman – pacman -S, pacman -Syu
Snap und Flatpak: distributionsübergreifende Paketformate
Repositories: apt update aktualisiert nur die Paketlisten – kein Upgrade